Volksbank Bigge-Lenne startet in die Zukunft

7. Juni 2019

Modernisierung der Bank / Start des Programms „ZUKUNFT 23“ / Neues Standortkonzept

Hochsauerlandkreis / Kreis Olpe. Es weht ein frischer Wind in den Räumen der Volksbank Bigge-Lenne. Mit einer konsequenten Ausrichtung auf die sich wandelnden Bedürfnisse sowie einer klaren Orientierung an dem veränderten Nutzungsverhalten ihrer Mitglieder und Kunden, hat die Genossenschaftsbank an Bigge und Lenne ein strategisches Programm beschlossen, das bis zum Jahr 2023 abgeschlossen sein wird.

Vorstand Volksbank Bigge-Lenne
Starten optimistisch in die Zukunft (v.l.): Michael Griese, Andreas Ermecke und Bernd Griese, Vorstände der Volksbank Bigge-Lenne.

Im Kundengeschäft wirken sich der soziodemographische Wandel, die Digitalisierung, Niedrigzinsen und die zunehmende Regulatorik auf die Konzentration des Geldvermögens und auf die Sparquoten aus. Diese allgemeinen Trends der Finanzbranche treffen auch die regionalen Banken. „Bereits seit einigen Jahren beobachten wir zum Beispiel, dass deutlich weniger gespart wird als früher. Zum einen natürlich, weil Sparen bei solch niedrigen Zinsen nicht sonderlich attraktiv ist, aber auch, weil bei vielen Menschen immer weniger Geld zum Sparen übrig bleibt,“ erläutert Bernd Griese die Entwicklung des Kundenverhaltens beim Pressegespräch am 7. Juni. Dieses führt, so das Vorstandsmitglied der Volksbank weiter, auch dazu, „dass die Beratungsmöglichkeiten bei einer beträchtlichen Menge der Kunden, schlicht und einfach rückläufig sind.“

„Die Digitalisierung ist bei unseren Kunden längst angekommen und für viele zur Selbstverständlichkeit auch beim Banking geworden,“ führt Michael Griese aus. „Viele unserer Kunden kommen schon seit Jahren nicht mehr in unsere Filialen, sondern besuchen uns nur noch online. Die Filiale mit den meisten Besuchern heißt mittlerweile www.voba-bigge-lenne.de. Im letzten Jahr konnten wir dort 2,5 Millionen Besuche verzeichnen.“

Eine ausführliche Analyse, die der Vorstand letztes Jahr in Auftrag gegeben hat, belegt dies weiter mit Zahlen: Ein Großteil der 85.000 Kunden und über 47.000 Mitglieder nutzen zweimal in der Woche die Online-Filiale und sogar dreimal die Woche ihre Banking App. „Eine intensive Beratung wünschen die meisten Kunden maximal 1-2mal im Jahr, wenn es zum Beispiel um ihre Altersvorsorge oder eine Baufinanzierung geht. Selbst die Nutzung unserer Geldautomaten nimmt weiter ab, weil sich die Zahlungsgewohnheiten der Menschen verändert haben. Sie zahlen heute viel lieber mit Kredit- und Bankkarten und neuerdings auch ganz selbstverständlich mit ihrem Smartphone“, so Andreas Ermecke.

Diesen Entwicklungen trägt das strategische Maßnahmenprogramm ZUKUNFT23 Rechnung, mit
dem der Vorstand der Volksbank Bigge-Lenne seiner unternehmerischen Verantwortung nachkommt und die Zukunftsfähigkeit der Bank sicherstellt. Bis Ende des Jahres 2023 werden die Geschäftsfelder und Standorte neu ausgerichtet, damit auch weiterhin das gesamte Marktgebiet abgedeckt bleibt.

„Wenn unsere Kunden von uns beraten werden wollen, dann geht es heute nicht mehr um einfache Finanztransaktionen, die sie immer mehr selber online erledigen. Sie haben Bedarf an intensiver und hochwertiger Beratung. Unsere Kunden sollen zukünftig das beste digitale Bankerlebnis in Kombination mit der besten persönlichen Beratung bekommen – das unterscheidet uns von einer Direktbank.“, erläutert Andreas Ermecke. Um dieses Bedürfnis noch besser erfüllen zu können, werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen künftig in größeren Teams zusammenarbeiten und sich gemeinsam auf die intensivere Beratung der Kunden konzentrieren.

„Bei Spezialberatungen (wie beispielsweise für Existenzgründer oder im Rahmen einer Baufinanzierung) steigt der Bedarf deutlich an. Das sind Beratungen, die Spezialwissen erfordern, die länger dauern, die auch ein angemessenes technisches und räumliches Umfeld erfordern. Folgt man also dem Kundenwunsch nach tiefgehender Beratung durch Experten in Verbindung mit dem Wunsch nach 24 Stunden an 7 Tagen die Woche und blickt dann noch auf die rasant abnehmenden Besuche unserer Kunden in den Filialen, dann sind Filialschließungen und das Investment in den Ausbau der verbleibenden Filialen die einzig logische Konsequenz“, führt Bernd Griese aus.

Bis 2023 sind dreizehn Filialen von der Schließung betroffen. Das neue Standortkonzept sieht vor,
dass dann an den verbleibenden 11 Standorten die Mitglieder und Kunden von den spezialisierten
Beratungsangeboten und einer noch besseren Konzentration von Expertenwissen profitieren werden.

Es entstehen Beratungszentren mit Spezialberatern für Privat- und Firmenkunden und Beratungsfilialen für Privatkunden. Die Beratungszentren im Hochsauerlandkreis werden in Schmallenberg, Winterberg und Medebach sein und die Beratungsfilialen in Bad Fredeburg und in Hallenberg. Im Kreis Olpe sind die Beratungszentren in Attendorn, Bamenohl, Grevenbrück und Altenhundem und die Filiale Würdinghausen wird zukünftig als Beratungsfiliale geführt.

Die größte Filiale des gesamten Marktgebiets wird das KundenDialogCenter in Kirchhundem. „Hier
sind hochqualifizierte Banker für unsere Kunden direkt erreichbar - und nicht Call Center Agents am anderen Ende der Welt.“, beschreibt Bernd Griese die Aufstellung des neuen KundenDialogCenters.

Ein sehr breit aufgestelltes und erfahrenes Beraterteam, die zukünftige Möglichkeit der Videoberatung und die telefonische Begleitung der Kunden bei der Nutzung der digitalen Leistungen, wird eine tragende Säule der Bank, die auch personell weiter ausgebaut wird. Mit einer durchgängigen Erreichbarkeit montags bis freitags von 8-19 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr können perspektivisch in einem breiten Zeitfenster fast alle Bankgeschäfte und Serviceleistungen angeboten werden.

„Die Umsetzung des neuen Standortkonzepts wird sukzessive stattfinden. Unsere Kunden werden daher nicht von heute auf morgen vor verschlossenen Türen stehen. Wir geben unseren Kunden und unseren Mitarbeitern ausreichend Zeit sich auf die neue Struktur einzustellen und wollen mit dem besten digitalen Bankerlebnis immer eine geöffnete Filiale sein“, betont Michael Griese.

Auch wird die Bank in den nächsten Jahren in die Qualifizierung der Mitarbeiter investieren. Neue
Berufsbilder machen die Volksbank Bigge-Lenne dann auch zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber.

Personell wird sich das Unternehmen in den nächsten Jahren verschlanken. Der Abbau von Stellen über das gesamte Marktgebiet hinweg ist unvermeidbar. Der Vorstand hat dabei die Maßgabe ausgegeben, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird und arbeitet eng mit dem Betriebsrat an der Umsetzung. Auch der Betriebsrat betonte die unternehmerische Notwendigkeit der beschlossenen Veränderungen.

Der Vorstand setzt zudem auch konsequent auf den Ausbau neuer Geschäftsfelder. Hier sind Innovationskraft und Mut zur Veränderung gefragt. Das beweisen die Verantwortlichen schon mit dem Projekt „Alter(n)sgerechtes Wohnen“ in Saalhausen. Es wird bereits an weiteren Unternehmensaktivitäten gearbeitet, die zwar banknah sind, aber bislang nicht zum klassischen Kerngeschäft gehörten, wie zum Beispiel der Vermittlung von Energieverträgen.

„Es ist daher für uns als Vorstand eine Selbstverständlichkeit, sowohl nach innen wie nach außen
Klartext zu sprechen“, betont Michael Griese. „Wir stehen ohne Frage vor großen Veränderungen. Das ist aber nichts, was man vorschreiben kann. Die Bereitschaft dafür muss aus jedem selbst kommen und sie kann nur entstehen, wenn jeder die Fakten kennt und weiß, warum welche Entscheidungen gefällt werden und wohin der Weg geht. Daher werben wir mit Transparenz bei unseren Mitarbeitern, Mitgliedern und Kunden für unser Zukunftsprojekt, das den Bestand unserer Bank sicherstellen soll.“, sagt Andreas Ermecke abschließend.