Saalhauser Bürgern gut zugehört

28. Februar 2018

Volksbank Bigge-Lennne räumt Sorgen und Bedenken aus dem Weg / Umfangreiche Gutachten machen Weg frei für Bauvorhaben „Alter(n)sgerechtes Wohnen“

Saalhausen / Kreis Olpe / Hochsauerlandkreis. Die geplanten 60 „Servicewohnen“-Einheiten, 18 Plätze in Wohngemeinschaften und weitere 18 vollstationäre Pflegeplätze werden zwar erst im Jahr 2020 bezugsfähig sein. Dennoch stößt das Projekt „Alter(n)sgerechtes Wohnen“ der Volksbank Bigge-Lenne in der einheimischen Bevölkerung bereits heute auf reges Interesse, wovon eine lange Liste mit Vormerkungen zeugt.

Wohngut Saalhausen
3D-Visualisierung

Gestern fiel nun nach vielen Monaten der Vorbereitung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen im Lennestädter Rathaus der Startschuss für das formelle Planverfahren.

Wolfgang Hilleke, Projektmanager der Volksbank, zeigte in seiner eingangs gezeigten Präsentation, dass man die seit der Bekanntgabe des Projektes vor einem Jahr aufgenommenen Bedenken und Sorgen der Dorfbewohner und Vereine Saalhausens aufgenommen hat. „Wir haben den Menschen gut zugehört und großes Verständnis für die Sorgen. Deshalb haben wir umfangreiche Gutachten in Auftrag gegeben und auch selbst Untersuchungen durchgeführt“.

So habe man bereits umfassende Schalluntersuchungen hinsichtlich der Nutzungen des Kur- und Bürgerhauses, des Naturerlebnisbades und nicht zuletzt während des letztjährigen Schützenfestes durchgeführt. „Die Einrichtung wurde in den sich durch die schalltechnischen Untersuchungen ergebenden Flächenkorridor geplant“, erläuterte Hilleke. „Die heutigen Nutzungen des Kur- und Bürgerhauses, der Sportanlagen sowie des Freizeitbades sind durch diese angepasste Planung auch zukünftig ohne Einschränkung möglich.“

Auch das durch die Wohnanlage ausgelöste zusätzliche Verkehrsaufkommen bewege sich auf niedrigem Niveau und habe deshalb keine nennenswerten Auswirkungen auf die heutige Verkehrssituation. Im Durchschnitt könne man von 90 PKW-Bewegungen täglich ausgehen, also tagsüber rund 8 Autos in der Stunde.

Zugleich räumt Hilleke Bedenken hinsichtlich der Parkplatzsituation rund um das Kur- und Bürgerhaus aus. „Die Anbindungsstraße wird in das von Seiten der Stadt bereits geplante Parkplatzkonzept integriert, sodass die Anzahl der öffentlichen Stellplätze unverändert bleibt“. Darüber hinaus würden 60 neue Parkplätze auf dem Gelände der Einrichtung geschaffen, sodass die öffentlichen Stellplätze nicht durch das Wohngut Saalhausen belastet werden.

Zum Schluss seiner Ausführungen machte Hilleke deutlich, dass das hochattraktive Wohnangebot der Senioreneinrichtung auch handfeste wirtschaftliche Vorteile für Saalhausen mit sich bringt. „Unsere Einrichtung schafft 60 neue Arbeitsplätze und bringt zusätzliche Kaufkraft durch Bewohner, Besucher und Mitarbeiter in den Ort. Zudem werden wir die Zusammenarbeit mit lokal ansässigen Händlern, Handwerkern und Dienstleistern suchen, wie zum Beispiel für die täglich frischen Brötchen, den Nachmittagskuchen oder die Blumendekorationen“.

In der anschließenden Diskussion im Ausschuss wurde die umfassende Vorarbeit des Projektträgers gelobt und das Vorhaben einhellig begrüßt. Der Aufstellungsbeschuss zur Einleitung des förmlichen Verfahrens wurde einstimmig gefasst. Man war sich im Gremium allerdings auch einig, dass die verkehrlichen Auswirkungen des touristischen Erfolgs von TalVital – die Gästezahlen steigen seit Jahren kontinuierlich – seitens der Stadt noch intensiver angegangen werden müssen. „Ich sehe nichts Unlösbares“, mit diesen Worten brachte Stadtverordneter Bernd Brüggemann den gemeinsamen Willen zur Weiterentwicklung des Ortes auf den Punkt.

Vorstandsmitglied Michael Griese zeigt sich über den Zuspruch aus Politik und Verwaltung hoch erfreut. „Mit Alter(n)sgerechtes Wohnen wollen wir, in Ergänzung zu bereits bestehenden Seniorenresidenzen, unsere Idee eines sorgenfreien Lebens verwirklichen“, Volksbank und WohnGut haben dafür eine gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet. Mit ihrem Marktangebot auf höchstem Niveau richtet sich diese an Menschen in der Region, die mittendrin und ganz bewusst am Saalhauser Ortsgeschehen teilhaben möchten und sich dennoch für den Pflegefall abgesichert und versorgt wissen wollen. Und weiter: „Wir haben das Umfeld genauestens analysiert und sind überzeugt, dass Infrastruktur und sozialer Rahmen geradezu ideale Voraussetzungen bieten, um unsere Philosophie des ‚Alter(n)sgerechten Wohnens‘ Wirklichkeit werden zu lassen“.

Eine Konkurrenzsituation zu bestehenden Wohn- und Pflegeeinrichtungen wird aufgrund des besonderen Konzeptes nicht gesehen. Michael Korn, Geschäftsführer WohnGut: „Wir bieten individuelles und bequemes Wohnen in einem behaglichen und sicheren Umfeld mit vielseitigen ergänzenden Dienstleistungsangeboten. Dies gibt die Gewissheit, jederzeit vor Ort die gewünschte Unterstützung und Hilfe zu bekommen. Öffentliche Begegnungsräume, wie zum Beispiel das Café und großzügige Aufenthaltsbereiche innen wie außen, bieten vielfältige Möglichkeiten für soziale Kontakte.“

Im Fall einer Pflegebedürftigkeit stehen die hauseigenen ambulanten Pflegeangebote zur Wahl, und zwar über alle Pflegegrade. Dies sichert den Verbleib in den eigenen vier Wänden. Im Falle einer stationären Pflegebedürftigkeit ist lediglich ein Wechsel in den integrierten Bereich „Pflegewohnen“ innerhalb der Einrichtung notwendig. „Egal ob ambulant oder stationär - ganzheitliche Pflege und Betreuung der Bewohner mit individueller Zuwendung sind für uns selbstverständlich“, so Korn.

Am 13. März wird das Vorhaben um 18.30 Uhr im Saalhauser Kur- und Bürgerhaus der Bevölkerung vorgestellt.