Schwaches Wachstum, niedrige Zinsen – und jetzt?

02.11.2016

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu Gast bei der Firma Hensel in Lennestadt

Kreis Olpe / Hochsauerlandkreis. „Überall dort, wo staubige und feuchte Umgebungsbedingungen hohe Anforderungen an die Elektroinstallation stellen, sind unsere Produkte weltweit im Einsatz.“ Mit diesen Worten begrüßte Philipp Hensel die rund 50 angereisten Gäste aus dem Hochsauerlandkreis und dem Kreis Olpe im Informationszentrum des Weltmarktführers und Premiumanbieters für elektrotechnische Gebäudeausrüstung.

(v.l.) Volksbank Vorstandssprecher Peter Kaufmann, Stefan Bielmeier, (Chefvolkswirt DZ-Bank), Andreas Ermecke und Michael Griese vom Vorstand der Volksbank Bigge-Lenne waren überzeugt von den innovativen Produkten der Firma Gustav Hensel, vorgestellt durch Geschäftsführer Frank Dubberke (Mitte).

Anlass war das 6. Steuerberater- und Wirtschaftsprüfer-Forum, zu dem die Volksbank Bigge-Lenne in die Räumlichkeiten des Lennestädter Unternehmens eingeladen hatte. „Wir sind Mittelstand und wir gehen auch gerne zum Mittelstand“, bedankte sich Volksbank Vorstand Andreas Ermecke für die Einladung der Hensel-Unternehmensgruppe, die mit über 800 Mitarbeitern zu den erfolgreichsten Mittelständlern im Kreis Olpe zählt.

Das Informationszentrum der Firma Hensel, ein Ort an dem gewöhnlich Elektriker aus der ganzen Welt geschult werden, war diesmal Zentrum für Fachthemen aus der Finanzbranche. Globalisierung und Wirtschaftswachstum, Themen, die der Hauptreferent des Abends und Chefvolkswirt der DZ-Bank aus Frankfurt, Stefan Bielmeier, ausführlich beleuchtet hat. Die Globalisierung verliere an Dynamik, politische Unsicherheiten nehmen zu und die Inflation sei zu niedrig. „Die Renditen bleiben niedrig, das macht das Interesse der Anleger an Aktienmärkten so interessant“, brachte Bielmeier Antworten auf die Ausgangsfrage „Schwaches Wachstum, niedrige Zinsen- was nun?“ Der Welthandel wachse kaum noch. Dies habe negative Folgen für viele Länder. Der Euro ist sehr instabil. Bielmeier: „Deutschland ist die Insel der Glückseeligkeit, so sehen uns viele Europäer“. Mittelfristig sieht Bielmeier eine optimistische Zinsprognose von 1,5% im Jahr 2020.

Er betrachtete die Zins- und Währungsmärkte aus dem Blickwinkel der Weltwirtschaft. Dabei erläuterte er die Zusammenhänge zwischen Konjunktur, Zinsen und Aktienmärkten. Was brauchen wir für die Zukunft? Bielmeier nannte attraktive Wirtschaftsstandorte und moderne Arbeitsmarktstrukturen. Beides könnten Regierungen gestalten, wenn Sie denn nur wollen. Weiterhin brauche man einen gesunden Bankensektor. Zentralbanken und Regulatoren sollten mit Augenmaß agieren. Zum Ende rät Bielmeier zu etwas mehr Gelassenheit: „Hyperaktive Regierungen und Notenbanken sind am Ende mehr schädlich als nützlich.“ Mit seinem Analysten-Team wurde Stefan Bielmeier bereits mehrfach für seine treffenden Prognosen ausgezeichnet, unter anderem als „Prognostiker des Jahres 2013“. In Bielmeiers Blog kommentiert der Chefvolkswirt die konjunkturelle Entwicklung in Europa, den USA und den Emerging Markets, bewertet die Trends an den internationalen Finanzmärkten und bezieht Stellung zu Politik und Wirtschaftspolitik – kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht.

Die große Resonanz auf die Veranstaltung und das Feedback der Teilnehmer zeigten, dass sowohl das Thema als auch der Referent und der Veranstaltungsort „den Nerv“ der Zuhörer trafen.