Schmallenberger Plattdeutsch im neuen Heft von „Mundarten im Sauerland“

Paul Schulte aus Kirchrarbach in Text und Ton „Op Platt“

Schmallenberg. Das neueste Heft der Schriftenreihe „Mundarten im Sauerland“ wurde jetzt in der Volksbank Bigge-Lenne in Schmallenberg vorgestellt. Dr. Werner Beckmann, Leiter des Mundartarchivs Sauerland in Cobbenrode, hat ein plattdeutsch geführtes Interview mit dem Kirchrarbacher Autor Paul Schulte verschriftet und in Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer des Trägervereins des Archivs, Klaus Droste aus Olpe, als Heft 21 publiziert. Die Volksbank Bigge-Lenne Stiftung hat die Veröffentlichung unter dem Motto „Wir freuen uns auf die Zukunft.“ ermöglicht.

Vorstandssprecher Peter Kaufmann betont: “Es ist uns ein Herzensanliegen, das wichtige Kulturgut der niederdeutschen Sprache zu erhalten und als unser Erbe für die Zukunft zu bewahren.“  Dr. Beckmann wies auf die Einmaligkeit des Projektes Mundarten im Sauerland hin, weil im ehemaligen Kurkölnischen Sauerland eine so große Mannigfaltigkeit der Mundarten entstanden sei, dass Sprachwissenschaftler hier tiefe Einblicke in die Entwicklungsgeschichte unserer mehr als tausend Jahre alten niederdeutschen Muttersprache gewinnen können. Was die Sammlung der Hefte so wertvoll macht, ist die Verbindung des gedruckten Textes mit der Tonaufnahme. Man liest, was man hört, und man hört, was man liest.

Die Projektmitarbeiter von „Mundarten im Sauerland“  und die Sponsoren – die Volksbank hat nunmehr bereits drei Publikationen unterstützt – geben sich nicht der Illusion hin, dass der Schwund des plattdeutschen Sprechvermögens zur Zeit aufzuhalten ist, doch wird mit der wissenschaftlichen Archivierung der Tondokumente aus Interviews und Literaturlesungen eine „Genbank der sauerländischen Mundarten“ (Klaus Droste) geschaffen, die es ermöglicht, jederzeit ein phonetisch korrektes und in den Schriften verbindlich aufgezeichnetes Niederdeutsch wieder zu erlernen. Diese Verbindung von authentischer Aussprache und richtiger Schreibweise macht aus den nunmehr schon 21 Heften ein vorzügliches Unterrichtsmaterial für plattdeutsche Arbeitskreise und  für schulische Arbeitsgemeinschaften insbesondere an Ganztagsschulen. Der kulturhistorische Wert der Hefte und der noch nicht publizierten weit über 200 Interviews ist unschätzbar, weil viele Sprecher, die diese Sprache vollkommen beherrschten, inzwischen leider verstorben sind. Klaus Droste, der das Projekt der Kulturregion Sauerland seit 1998 betreut, sieht in der Schriftenreihe „ein bedeutendes landeskundliches und sprachliches Fundament  für das kulturelle Gedächtnis des Sauerlandes.“

Das Mundartarchiv Sauerland stellt Schulklassen, die sich mit der heimischen Mundart anfreunden wollen, einen Klassensatz eines lokalen Mundartheftes mit Hör-CD kostenlos zur Verfügung. Alle Schulen in den Kreisen Hochsauerland und Olpe erhalten das neue Heft ebenso wie alle bisherigen Hefte zugesandt. Der normale Kostenbeitrag pro Heft mit CD beträgt 5 EUR. Erhältlich sind alle 21 Hefte im Kreisarchiv im Kreishaus Olpe und im Kreishaus des HSK in Meschede sowie im Archiv in Cobbenrode, Olper Str. 3, 59889 Eslohe, Tel. 02973-818554. 

Das Heft 21 „Interview mit  Paul Schulte“ kann in den Filialen der Volksbank Bigge-Lenne im Stadtgebiet Schmallenberg erworben werden.

Nähere Informationen zur Gesamtliste der Publikationen geben Dr. Werner Beckmann unter mundartarchiv@gmx.de und Klaus Droste unter mundart@gmx.net.