Starke Unternehmen in einer starken Region

Umfrage der Volksbanken zeigt: Firmen im Kreis Olpe blicken optimistisch nach vorn

Grevenbrück / Kreis Olpe, 18. Juni 2015. Den mittelständischen Unternehmen im Kreis Olpe geht es richtig gut. Das ist das Ergebnis der aktuellen Unternehmensbefragung, durchgeführt von den Volksbanken Bigge-Lenne und Olpe-Wenden Drolshagen mit Unterstützung der WGZ-Bank. Genau 101 Firmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Bau- und Ausbaugewerbe, dem Dienstleistungsgewerbe und dem Handel haben sich daran beteiligt. Erstmals wurden die Fragen an die bundesweite Mittelstandserhebung der Volks- und Raiffeisenbanken angepasst. Das macht die Auswertung deutlich spannender, denn so lässt sich genau bestimmen, wo der örtliche Mittelstand bundesweit einzuordnen ist.

Über die Umfragedetails informierten am Mittwoch, 17. Juni, die Bankvorstände Andreas Ermecke, Bernd Griese (Volksbank Bigge-Lenne), Lambert Stoll und Dietmar Bock (Volksbank Olpe-Wenden Drolshagen). Aufmerksamer Gastgeber der Präsentation vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung war das Mercedes-Autohaus Marxen in Lennestadt.

„Dank der breiten Streuung bei den Wirtschaftszweigen und den Umsatzklassen können wir hier ein repräsentatives Stimmungsbild zur Konjunkturlage im Kreis Olpe aufzeigen“, betonte Bernd Griese. Erstaunlich dabei: Im bundesdeutschen Vergleich legen die örtlichen Firmeninhaber eine leicht überproportionale Zuversicht an den Tag. 81 Prozent beurteilen die eigene Geschäftslage mit „gut“, weitere 11 Prozent sogar mit „sehr gut“.

Ausgehend von der guten Lage wird in absehbarer Zeit kaum mit einer Verschlechterung gerechnet. Beim Stimmungsbarometer kletterte der Index seit der letzten Umfrage im Jahr 2013 um starke 13 Punkte auf jetzt 124 Zähler – ein neues Rekordhoch. Besonders optimistisch gab sich das Dienstleistungsgewerbe mit einem satten Plus von 22 Punkten. Verhaltener fiel der Ausblick im Bau- und Ausbaugewerbe aus. Hier lag das Plus bei nur drei Punkten.

Die gut laufenden Geschäfte fördern offenbar die Investitionsbereitschaft. 39 Prozent der Befragten setzten diese Ausgaben in den letzten sechs Monaten herauf, nur sechs Prozent investierten weniger. Auch in den kommenden Monaten dürfte sich der expansive Kurs der Unternehmen im Kreis Olpe fortsetzen.

„Hier sind die Volksbanken ein starker Partner an der Seite der Mittelständler“, betonte Andreas Ermecke. Beide Banken, so der Vorstand, setzten bei der Kreditvergabe auf Ganzheitlichkeit und Stabilität. „Unsere Unternehmensphilosophie ist gemäß den genossenschaftlichen Werten nicht auf den schnellen Gewinn ausgerichtet. Wir wollen vielmehr den gemeinsamen Erfolg“, erklärte Ermecke.

„Mit Blick auf die Beurteilung der Kostensituation überrascht die insgesamt sehr erfreuliche Einschätzung der Geschäftslage ein wenig“, ging Andreas Ermecke auf eines der wenigen negativen Umfrageergebnisse näher ein. 54 Prozent der Befragten berichten von gestiegenen Kosten und nur 15 Prozent erwarten steigende Verkaufspreise. In den nächsten sechs Monaten rechnen 38 Prozent der Befragten mit weiteren Kostenanstiegen, über die Hälfte (55 %) erwarten unveränderte Belastungen. Nur wenige Betriebsinhaber gehen von Kostensenkungen aus. Gleichzeitig konnte nur ein Teil der Unternehmen (21%) die Absatzpreise erhöhen. Die überwiegende Mehrheit (67%) konnte keine Preissteigerungen durchsetzen. Dieser bundesweit zu beobachtende Trend könnte auf die Profitabilität drücken.

Mit seinem großen Engagement bleibt der Mittelstand die zentrale Stütze für den Arbeitsmarkt vor Ort. Der Beschäftigungsaufbau bei den Unternehmen im Kreis Olpe hat im Vergleich zum Jahr 2013 noch einmal sichtbar angezogen. Mit 34 Prozent übertraf der Anteil der zusätzliches Personal einstellenden Unternehmen den Anteil der Unternehmen mit Personalabbau (4%) deutlich. Besonders viele neue Jobs schafften das verarbeitende Gewerbe und das Dienstleistungsgewerbe. Diese Einstellungsdynamik, so Ermecke, sei im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich. Auch künftig sei mit weiteren neuen Stellen zu rechnen.

Und genau hier stellt sich mit dem Fachkräftemangel ein bekanntes Problem, das aber mehr und mehr durch Eigeninitiative gelöst wird. „Viele Betriebe“, so Bernd Griese, „setzen auf Eigengewächse und bieten entsprechende Ausbildungsplätze an.“ Dabei werde versucht, über Praktika und den direkten Kontakt zu Schulen und Hochschulen das  Interesse potenzieller Bewerberinnen und Bewerber zu wecken. Hinzu komme eine verstärkte interne Fort- und Weiterbildung. Ein weiteres wesentliches Element bei der Suche nach qualifiziertem Personal bleibt der Stellenmarkt. Dabei konzentrieren sich die Firmen nach wie vor auf das Inland. Nur jeder Zehnte denkt an die Anwerbung ausländischer Fachkräfte.

Als spürbare Belastung wird die überbordende Bürokratie bewertet. Dokumentationen, Berichte oder Regelungen zum Arbeitsschutz und zur Arbeitszeit belasten die Unternehmen enorm. So stimmte jeder zweite Betrieb der Aussage zu, dass die neuen Dokumentationspflichten zum Mindestlohn einen deutlichen Mehraufwand bedeuten.

Ein gutes Zeugnis stellen die Befragten den Kommunen bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen aus. Bei vielen Unternehmen im Kreis Olpe scheint der Bedarf erst einmal gedeckt zu sein. Dagegen müsste laut einer Mehrheit der Betriebe das Internet künftig deutlich leistungsstärker sein.