Lernen in der Digitalen Klasse des GenoKollegs Münster

von Leonie Johanning

Hi, ich bin Leonie, 20 Jahre alt und habe im August 2019 meine Ausbildung bei der Volksbank
Bigge Lenne eG begonnen. Während der Ausbildung gehen wir alle zur Berufsschule, doch für uns angehende Bankkaufleute sieht das etwas anders aus. Wir gehen wochenweise auf das GenoKolleg, ein Internat in Münster. Ja, richtig gehört, wir schlafen auch dort.

Am Montagmorgen fahren wir alle nach Münster, um pünktlich um halb 9 zum Unterrichtsstart vor Ort zu sein. Dort angekommen haben wir die Möglichkeit, noch zu frühstücken. Anschließend startet auch direkt der Unterricht. Unsere Hauptfächer sind Bankbetriebslehre, Rechnungswesen und allgemeine Wirtschaftslehre. Ebenso werden wir in Marketing, Deutsch, Rechnen und Genossenschaftslehre sowie Sport unterrichtet.

Die Auszubildenden, die ab August 2020 angefangen haben, werden nach der neuen Ausbildungsordnung in neu orientierten Fächern unterrichtet. Diese sind: Bankbetriebslehre, Wirtschaft und Geschäftsprozesse, Projekt Datenverarbeitung, Politik, Rechnen und Sport. Im GenoKolleg in Münster gibt es keinen Unterricht mit Stift und Papier mehr, wie man es typischerweise kennt. Dort haben wir alle ein iPad mit Apple Pencil, und auch die Klassenräume sind mit dem notwendigen digitalen Equipment ausgestattet. Hierdurch hat der Lehrer die Möglichkeit, seine Inhalte von seinem iPad auf das interaktive Whiteboard zu übertragen. Und auch wir können unsere im Unterricht oder als Hausaufgabe erarbeiteten Inhalte auf diese Weise vor stellen.

Durch die Corona Pandemie mussten wir im März 2020 plötzlich in das Homeschooling wechseln, doch das war bei uns überhaupt kein Problem. Wir haben zu Hause dieselben Unterrichtszeiten wie in der Schule eingehalten. Um halb 9 saßen wir alle vor unserem iPad und hatten die Möglichkeit, durch den Split Screen auf der einen Seite den Lehrer zu sehen und zu hören und auf der anderen Seite selb st mit zu schreiben. In den Online Meetings konnten wir uns dann per digitalem Handzeichen melden, sodass es wirklich keinen großen Unterschied zum Präsenz unterricht gab Ebenfalls haben wir auch Online Gruppenarbeiten mit den anderen Auszubildenden durchgeführt. Hierbei wurde die Klasse durch den Lehrer in kleine Gruppen aufgeteilt. Diese haben dann ein eigenes Online Meeting erstellt.

In der Mittagszeit haben wir eine Stunde Pause. Im Casino (so heißt die Mensa dort) gibt es immer fleischhaltige , vegetarische und vegane Gerichte, zwischen denen wir wählen können. Nach dem Essen haben wir in der Regel bis 15:45 Uhr Unterricht. Nach dem Unterricht hat man viele verschiedene Freizeitmöglichkeiten. Es gibt im GenoKolleg einen Freizeitbereich mit Kicker, Billardtischen, Gesellschaftsspielen und zwei Fernsehern.

Natürlich können wir auch etwas in Münster selbst unternehmen und in die Stadt gehen. Hier kann man z. B. an den Aasee fahren, einkaufen gehen oder sich mit dem Fahrrad die Stadt angucken.

Beim Abendessen treffen wir dann viele andere Auszubildende von anderen Banken, die auch dort übernachten. Das GenoKolleg in Münster wird nä mlich von sehr vielen Auszubildenden von Genossenschaftsbanken aus mehreren Bundesländern besucht. Dadurch hat man die Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen und sich untereinander auszutauschen. In unseren Zimmern sind wir meist zu zweit untergebracht.

Nach der Ausbildung habe ich viele Möglichkeiten. Generell sind die Übernahmechancen sehr
hoch. Die Bank bietet viele verschiedene berufliche Tätigkeitsfelder in verschiedenen Abteilungen, z. B. Marketing, Buchhaltung, Privat und Firmenkundenberatung oder das Zahlungsverkehrsmanagement. Ebenso hat man durch Fort und Weiterbildungen die Chance, sich beruflich weiter zu entwickeln.