Schülergenossenschaft des Rivius Gymnasium Attendorn

Im Herzen der Schule

„Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht."
Ludwig Börne, Über den Umgang mit Menschen

„Das eigene Taschengeld nur für Handy und Klamotten auszugeben ist langweilig.“ Diese Meinung verbreitete sich im letzten Jahr wie ein Lauffeuer an rheinisch und westfälischen Schulen, in denen unternehmungslustige Schülerinnen und Schüler die ersten Genossenschaften gründeten. „Echte“ Unternehmen stehen ihnen dabei zur Seite und unterstützen sie in ihrer Arbeit. 30 Schulen in Rheinland und Westfalen wurden bereits ausgewählt, 30 weitere sollen in 2012 folgen.

Junge Menschen umfassend auf das Berufs- und Geschäftsleben vorzubereiten, ist eine Kernaufgabe von Schule. Im Vorgriff auf das „Jahr der Genossenschaften“ haben das Attendorner Rivius Gymnasium und die Volksbank Bigge-Lenne daher die erste Schülergenossenschaft im Kreis Olpe gegründet.

Die „Schülerei“  ist ein dauerhaft angelegtes Projekt des Differenzierungskurses Politik/Wirtschaft des Rivius Gymnasiums. Die Schülerinnen und Schüler erhalten mit der Unterstützung der Volksbank Bigge-Lenne einen Einblick in unternehmerisches Denken und Handeln.

Vorstand Michael Griese sowie die Regionaldirektoren Bernd Kramer und Ralf Warias konnten 27 Schülerinnen und Schüler in Begleitung der Lehrerin Sarah Gerke am 30.11.2011 im Kundenforum der Bank in Attendorn zur Gründungsversammlung begrüßen. 

Regionaldirektor Bernd Kramer steht der „Schülerei“ als Experte der Bank zur Seite. Als Ausbildungsleiter der Bank übernimmt er die Gründungspatenschaft und unterstützt die jungen Unternehmer mit seinem genossenschaftlichen Fachwissen.

Die Gründungsmitglieder wählten in ihrer Versammlung den Vorstand, bestehend aus Esther Stangier, Anna Lena Bräuker und Andrea Potempa, sowie den Aufsichtsrat, der durch Rene Springob, Sina Mertens, Caroline Bilsing, Nina Nowack und Marianne Schüsseler gebildet wird. Im Anschluss wurden die einzelnen Abteilungen, wie Einkauf, Verkauf, Buchhaltung und Marketing gebildet. 

Das nötige Startkapital resultierte aus dem Verkauf von Waffeln sowie aus der Ausgabe von Geschäftsanteilen von je fünf Euro, von denen jeder Schüler und auch Lehrerin Sarah Gerke einen zeichnete.

Die jungen Unternehmer kaufen nun alles, was man für den Schulalltag so braucht und verkaufen diese Artikel in der Schule zu attraktiven Preisen. Das Warensortiment wird zudem durch Merchandisingprodukte wie T-Shirts mit dem Logo der Schule erweitert. Ein Jahr lang wird die „Schülerei“ versuchen, das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Hierbei steht getreu dem Genossenschaftsgedanken nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Förderung der Mitglieder im Vordergrund. Mit kleinem finanziellen Einsatz und viel Herzblut lernen die jungen „Genossenschaftler“, dass Wirtschaft ein echtes Abenteuer ist und viel Spaß machen kann. Der Reiz besteht darin, etwas zu unternehmen, was dem Einzelnen allein nicht möglich ist und Projekte zu schaffen, in denen junge Menschen sich mit ihren Fähigkeiten beweisen können. 

Nach einem Jahr können die Schüler ihre Anteile wieder verkaufen, oder aber bis zum Ende ihrer Schullaufbahn in der Schülergenossenschaft belassen. Das „operative Geschäft“ übernimmt dann der nächste Kurs, der ebenfalls lernen soll, wie eine genossenschaftlich organisierte Firma funktioniert.

Die Schülerei vom Rivius-Gymnasium Attendorn wurde sogar als Sieger durch die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei der ersten interaktive Netzwerk-Messe der Schülergenossenschaften des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands (RWGV) und der Stiftung Partner für Schule NRW ausgezeichnet, was uns besonders stolz macht!