„Hallo, gehört jemandem von Ihnen der Wagen mit dem Frankfurter Kennzeichen?“ Fragend schaut die Kellnerin in die Runde des Volksbankvorstandes und der Pressevertreter. „Nein, bis dahin sind wir noch nicht vorgedrungen“, antwortet einer der Banker schmunzelnd. Werden sie wohl auch nicht, wollen sie nicht und müssen sie auch nicht. „Denn unsere Bank ist in ihrer jetzigen Größe nach den Fusionen gut aufgestellt und sieht allen gesetzlichen Anforderungen sehr gelassen entgegen“, sagt Martin Grosche (Vorstand). Das unterstreicht Andreas Humberg (Regionaldirektor) aus Medebacher Sicht. Mit der Zusammenlegung habe die vereinte Bank ganz andere Möglichkeiten als ein kleiner Einzelkämpfer.

 

Das Geschäftsgebiet erstreckt sich nunmehr von Medebach über Winterberg, Hallenberg, Schmallenberg, Kirchhundem, Lennestadt bis nach Attendorn. Überall dort ist die Bank mit 30 Filialen, 44 Automaten und 47 Kontoauszugsdruckern präsent - und nicht zuletzt mit 280 Mitarbeitern; 24 von ihnen sind Auszubildende. All das, so Grosche, solle auch so bleiben, „denn wir wollen weiterhin in der Region unterwegs sein“. Das habe man sich ins Stammbuch geschrieben.

 

Im vergangenen Jahr kamen exakt 1195 neue Mitglieder hinzu, so dass die Bank bei den genossenschaftlichen Teilhabern die 33 000-er Marke bald knacken wird. Die Zahl der Kunden liegt mit 67 000 doppelt so hoch. Das Verhältnis will Bigge-Lenne weiter verbessern. Zahlen sprechen für sich: Das Eigenkapital der Bank liegt bei 110 Millionen Euro. Jedes Mitglied bekommt aus dem vergangenen Jahr eine sechsprozentige Dividende. Macht eine Ausschüttung von knapp 700 000 Euro.

 

„Dass unsere Bank auch in den Augen der Ratingagentur vergleichsweise gut dasteht, liegt nicht zuletzt an dem hohen Bestand an Kundeneinlagen. Aktuell haben die Mitglieder und Kunden uns 850 Millionen Euro in Obhut gegeben. Das hat auch die Bilanzsumme weiter ansteigen lassen. Sie erreicht 1,2 Milliarden Euro - ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagt Vorstandssprecher Peter Kaufmann. Außerdem vertraute die Bank privaten und gewerblichen Investoren über eine Milliarde Euro an - ein Zuwachs von 1,5 Prozent. Andreas Ermecke (Vorstand): „Mit diesem Wachstum entwickeln wir uns so wie unsere heimische Region. Geht es ihr und der Wirtschaft gut, gilt das auch für unsere Bank. Von einer Kreditklemme kann keine Rede sein.“

 

Rege in Anspruch genommen wurde auch die Vermittlung von Fördergeldern: 30,8 Mio. waren es im Bereich Gewerbe, 8,5 Mio. für den Wohnungsbau und etwas über 2 Mio. Euro für die Landwirtschaft.

 

Eine Erfolgsgeschichte schrieb die besondere EC-Karte zum Girokonto. Individuell kann der Kunde sie mit einem Foto bedrucken lassen. Marketingleiter Frank Segref: „Wir werden die Leistungen dieser Karte weiterentwickeln.“

 

Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. „Es geht dabei darum zu zeigen, dass wirtschaftliche Rentabilität und soziale Verantwortung miteinander vereinbar sind. Das entspricht unserer Philosophie“, so Peter Kaufmann.

 

Quelle: DerWesten.de, 13.01.2012, Thomas Winterberg

Volksbank Bigge-Lenne eG
BLZ: 46062817