Schmallenberg. Anleger schauen mit bangem Blick in die Zukunft. Denn die aktuelle Situation der Finanzmärkte sieht nicht so rosig aus. Damit beschäftigte sich das erste Volksbank-Anleger-Forum der Volksbank Bigge-Lenne in Schmallenberg.
Anleger schauen mit bangem Blick in die Zukunft. Denn die aktuelle Situation der Finanzmärkte sieht nicht so rosig aus. Damit beschäftigte sich das erste Volksbank-Anleger-Forum der Volksbank Bigge-Lenne in Schmallenberg.
Rund 500 Gäste folgten der Einladung in die Stadthalle. Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender der Union Investment Gruppe, stand als prominenter Gastredner auf dem Podium. „Ist Anlageerfolg heute – bei sehr volatilen Märkten – überhaupt noch planbar?”
Kernfrage
Diese Kernfrage bewege zurzeit zahlreiche Anleger, erklärte Bankvorstand Michael Griese zu Beginn. „Anlageerfolg ist auch heute noch planbar. Vielleicht nicht punktgenau, aber dennoch lassen sich optimale Voraussetzungen schaffen, um persönlichen Zielen möglichst nahe zu kommen und um dann auch Erfolg an den Kapitalmärkten zu haben”, betonte Reinke. Der Abwärtstrend bei den privaten Anlegern ist unaufhaltsam und verzeichnete im Jahr 2010 die schlechtesten Werte überhaupt. „Hier müssen wir vorbeugen. Die Menschen müssen anders aufgeklärt werden, als die Politik es tut”, sagte Reinke und sieht in der Restrukturierung Griechenlands, der Rekapitalisierung der Banken sowie in der Aufstockung des Rettungsschirmes sowie mit einer abgestimmten Wirtschafts- und Finanzpolitik mögliche Lösungswege. „Die Transferunion wird kommen”, prognostizierte Reinke und empfahl den Anlegern, ihr Vermögen zu streuen. „Die Realrenditen werden runtergehen. Der Anleger muss sein Vermögen streuen. Neben dem Thema Geld muss es auch noch um die Themen Aktien und Immobilien gehen”, erläuterte Reinke den Trend für das kommende Jahr.
Mentalist
Für den unterhaltsamen Teil des Abends sorgte im Anschluss der Kommunikationsexperte, Mentalist und Kriminologe Leo Martin mit seinem Programm „Geheimwaffen der Kommunikation“. „Auch im Finanzbereich verfallen Menschen in spezifische Verhaltensmuster und in Folge dessen tut der Mensch das, wovor er eigentlich Angst hat” , so Martin. Leo Martin war als Agent für einen deutschen Nachrichtendienst tätig, deckte brisante Fälle der organisierten Kriminalität auf und analysierte später als Profiler die Verhaltensmuster von Straftätern. Das Publikum ließ er aktiv teilhaben an seinen Erfahrungen, die auch privat nützlich sind. Denn: „Wo Mensch mit Mensch mit Mensch zu tun hat, gelten die gleichen Gesetze. Wir nehmen nur selektiv und lückenhaft wahr. Ich öffne Denkschubladen und führe den Menschen ihr Verhalten vor Augen”, erklärte der Mentalist. In einem fesselnden Mix aus fundierten Fakten und Experimenten spielte Leo Martin mit den unterbewussten menschlichen Denk- und Handlungsmustern und gewährte einen spannenden Blick in sein Metier.
Quelle: Daniela Köhler, Westfälische Rundschau, 22.11.2011